Salvatore Maiorana, besser bekannt als Salvi, ist Schiblianer der ersten Stunde. Nur wenige bringen so viel Erfahrung im Unternehmen mit wie er. Seit geraumer Zeit engagiert er sich als Bauleitender Elektroinstallateur im Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie und arbeitet auf den Dächern der Region aktiv an der Energiewende mit. Wir haben ihn zum Gespräch getroffen.

Hallo Salvi, danke, dass du dir Zeit für ein Gespräch genommen hast. Erzähl uns, wie bist du zu Schibli gekommen?
Ich wurde in Bülach geboren, zog mit neun Jahren nach Sizilien und kehrte mit 17 in die Schweiz zurück. Der Start ins Berufsleben war nicht einfach, denn meine Deutschkenntnisse waren noch sehr begrenzt. Deshalb begann ich zunächst mit einer Vorlehre bei Schibli. Von Anfang an wollte ich zeigen, was in mir steckt. Schon bald bekam ich die Chance, ein grosses Projekt zu übernehmen: Beim Umbau des Hotels Seegarten durfte ich die Elektro-installationen komplett alleine ausführen. Das war für mich ein echter Meilenstein und hat mir gezeigt, dass sich Einsatz und Durchhaltevermögen lohnen.
Wie hat sich die Arbeit als Elektroinstallateur über die Jahre verändert?
Früher waren Materialien teuer, Arbeitsstunden dagegen günstig, und wir hatten kaum Stress. Heute ist es genau umgekehrt. Auch die Einstellung hat sich verändert. Damals herrschten Disziplin und Berufsstolz. Als ich anfing, wollte ich mich beweisen und mehr leisten als erwartet. Bei der jungen Generation fehlt dieser Ehrgeiz leider oft.
Was motiviert dich, so lange in diesem Beruf zu arbeiten?
Vor allem die Menschen. Ich habe grossartige Arbeitskollegen und arbeite sehr gern mit ihnen. Natürlich gefällt mir auch die Arbeit selbst. Das Wichtigste ist aber ein positives Umfeld, in dem man sich gegenseitig unterstützt. Und dazu gehört, dass man selbst mit anpackt und Teamspirit zeigt.
Seit wann bist du beim Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie und wie kam es dazu?
Ich kenne Marcel Walder (Projektleiter bei Schibli), seit über 30 Jahren. Wir arbeiteten gemeinsam auf Baustellen, und irgendwann kamen die ersten PV-Anlagen dazu. Unser erstes Projekt war im Jahr 2007 eine grosse Anlage für die Post in Oerlikon. Wir hatten keine Erfahrung, wollten es aber unbedingt umsetzen. Wir beschäftigten uns intensiv mit der Materie und die Aufträge wurden immer mehr. Damals waren PV-Anlagen ein kleiner Teil innerhalb des Schibli Stark- und Schwachstrombereichs. Irgendwann konnten wir das nicht mehr neben den normalen Elektro-installationen stemmen. Dann kam Thomas Ziegler dazu und wir gründeten das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie. Damals waren wir fünf Leute.

Als Mitarbeiter mit der Personalnummer drei bist du mittlerweile nicht mehr 20 . Was ist dein Geheimrezept, um fit für die Baustelle zu bleiben?
Mir macht die Arbeit einfach Freude. Ich habe zwei Familien: Eine zu Hause und meine Schiblianer-Familie. Wir verbringen viel Zeit miteinander, und ich freue mich jeden Tag, mit ihnen zu arbeiten, auch wenn es mal streng wird. Ich achte darauf, in Bewegung zu bleiben. Vor einigen Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen und zusammen mit Vincenzo Matassa und Romeo Dos Reis – beide auch langjährige Schiblianer – sogar zwei Halbmarathons absolviert. Heute renne ich nicht mehr oft, aber ich laufe und wandere noch regelmässig.
Welchen Rat hast du für junge Menschen, die als Elektroinstallateur ins Berufsleben starten möchten?
Arbeitet effizient und immer sauber. Gewöhnt euch nicht an halbe Lösungen. Strebt stets das beste Ergebnis an. Geht respektvoll mit eurem Umfeld um und übt euren Beruf mit Stolz aus. Schibli vertraut als Arbeitgeber darauf, dass wir das Unternehmen gut repräsentieren und diesem Vertrauen sollten wir gerecht werden.
Würdest du wieder den Beruf des Elektrikers wählen?
Ja, auf jeden Fall. Mir gefällt der Beruf, weil ich mich bewegen, körperlich arbeiten und dabei etwas erreichen kann. Manchmal, wenn ich mit meiner Frau an einer ehemaligen Baustelle vorbeikomme, erzähle ich ihr stolz: «Hier habe ich mitgearbeitet.»

Du hast über die Jahre auf zahlreichen Dächern gearbeitet. Wo war der Ausblick am schönsten?
Mir gefällt es auf den meisten Dächern. Ein besonderes Highlight war die Arbeit in Flüelen, umgeben von den eindrucksvollen Bergen.

Du hast schon viele spannende Projekte begleitet. Gibt es auch etwas, das du privat gerne baust oder tüftelst?
Wir haben aber eine Wohnung in Sizilien, und dort kümmere ich mich um die Instandhaltung. Mein nächstes Projekt ist eine kleine PV-Anlage am Balkongeländer. Früher habe ich an ferngesteuerten Autos gebastelt und sogar viermal an der Europameisterschaft teilgenommen. Ich hatte auch ein Modellauto im Schibli-Design.
Bist du oft in Sizilien?
Mindestens einmal im Jahr. Der Grossteil meiner Familie lebt dort und ich besuche sie so oft wie möglich. Im Ruhestand möchten wir noch mehr Zeit in Sizilien verbringen, aber einen Wohnsitz in der Schweiz behalten. Ganz wegziehen kann ich mir nicht vorstellen.
Sizilien ist bekannt für seine Küche. Kochst du zu Hause selber?
Ja, ich habe damit angefangen, weil ich gern gut esse. Früher war ich sogar an einem sizilianischen Spezialitätengeschäft in Oberengstringen beteiligt. Es begann mit Konfitüren und Orangen aus Sizilien. Wir haben damals jeden Produzenten persönlich besucht und nur Ware von Familienbetrieben bezogen. Der Laden lief sehr gut, aber irgendwann musste ich mich entscheiden und ich habe mich für Schibli entschieden.
Was machst du, um Energie zu tanken, wenn es nicht bis Sizilien reicht?
Ich unternehme viel mit meiner Frau. Etwa einmal im Monat fahre ich nach Mailand, zum Einkaufen und gut Essen. Generell besuche ich gern italienische Städte und geniesse die lokalen Spezialitäten. In der Schweiz habe ich das Wandern für mich entdeckt und erkunde schöne Orte in der Umgebung. Ich unterhalte mich gerne mit verschiedenen Menschen, ganz egal, ob ich sie kenne oder nicht. Jeder Mensch hat seine Geschichte, und ich bin neugierig.
Wenn du auf deine Zeit bei Schibli zurückblickst, worauf bist du besonders stolz?
Ich bin stolz, Teil von Schibli zu sein. Von Anfang an wurde ich unterstützt und das gilt bis heute für alle Mitarbeitenden. Bei Schibli habe ich gelernt, Arbeiten von Anfang an korrekt umzusetzen und konnte mich fachlich enorm weiterentwickeln.
Gibt es etwas, das du unbedingt noch erleben oder erreichen möchtest?
Ich möchte noch viel reisen. Zuerst ganz Italien entdecken und danach den Rest der Welt.
Das klingt nach einem grossartigen Plan. Wir hoffen, dass du Schibli noch lange erhalten bleibst und danken dir herzlich für das Gespräch.



















